Säule 3a für Selbständige in der Schweiz
Wie viel Selbständige in die Säule 3a einzahlen dürfen, wann sich der Steuerabzug besonders lohnt und wie du 3a, BVG und Liquidität richtig priorisierst.
Säule 3a für Selbständige: Das Wichtigste in Kürze
Die Säule 3a ist für viele Selbständige in der Schweiz der einfachste und stärkste Vorsorgehebel. Wenn du keiner Pensionskasse angeschlossen bist, darfst du per Stand 19. März 2026 bis zu 20 % deines AHV-pflichtigen Erwerbseinkommens, maximal CHF 36'288 pro Jahr, steuerlich abzugsfähig einzahlen.
Genau deshalb ist die 3a für Solo-Selbständige oft der erste pragmatische Vorsorgebaustein:
- einfacher als freiwilliges BVG
- steuerlich attraktiv
- klar planbar
- gut mit schwankenden Einkommen kombinierbar
Die 3a ersetzt aber keine Liquiditätsreserve und keine Einkommensabsicherung bei Krankheit. Wer alles in Vorsorge bindet, bevor AHV, Steuern und Rücklagen sauber organisiert sind, macht häufig den falschen ersten Schritt.
Kurzantwort: Wie viel darfst du einzahlen?
| Situation | Maximaler Abzug pro Jahr | Stand |
|---|---|---|
| Mit Anschluss an eine Pensionskasse | CHF 7'258 | 2026 |
| Ohne Anschluss an eine Pensionskasse | 20 % des Erwerbseinkommens, maximal CHF 36'288 | 2026 |
Merksatz: Für Selbständige ohne BVG ist die 3a nicht nur Ergänzung, sondern oft der wichtigste freiwillige Vorsorgehebel überhaupt.
Wer darf eine Säule 3a eröffnen?
Gemäss BSV steht die Säule 3a Personen offen, die einer selbständigen oder unselbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen und deren Einkommen AHV-pflichtig ist.
Für Selbständige heisst das konkret:
- du brauchst AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen
- reine Absicht oder Vorbereitung reicht nicht
- die 3a ist auch möglich, wenn du im Ausland wohnst, aber in der Schweiz arbeitest und hier sozialversichert bist
Warum die 3a für Selbständige besonders wichtig ist
Angestellte bauen einen Teil ihrer Vorsorge automatisch über die Pensionskasse auf. Selbständige ohne BVG haben diese Automatik nicht.
Darum erfüllt die Säule 3a für viele Selbständige drei Funktionen gleichzeitig:
- Steuern senken
- Alterskapital aufbauen
- Vorsorgedisziplin erzwingen
Gerade im Vergleich zu einem freiwilligen BVG-Anschluss ist die 3a oft der unkompliziertere Einstieg.
Wann sich die Säule 3a besonders lohnt
1. Du hast steuerbares Einkommen
Die 3a wirkt vor allem dann stark, wenn du überhaupt etwas abziehen kannst. Bei sehr tiefem Gewinn ist der Effekt naturgemäss kleiner.
2. Du willst zuerst eine einfache Lösung
Wenn du am Anfang stehst und noch nicht mit Vorsorgeplänen, versichertem Lohn und komplexeren Modellen arbeiten willst, ist die 3a fast immer einfacher.
3. Du willst flexibel bleiben
Die 3a ist zwar gebunden, aber in der Praxis meist einfacher zu handhaben als ein freiwilliger BVG-Anschluss.
Rechenbeispiel: So funktioniert die 3a bei Selbständigen
Ein vereinfachtes Beispiel mit CHF 120'000 AHV-pflichtigem Erwerbseinkommen und ohne Pensionskasse:
| Position | Betrag |
|---|---|
| AHV-pflichtiges Einkommen | CHF 120'000 |
| 20 % davon | CHF 24'000 |
| Maximal zulässig | CHF 36'288 |
| Effektiv möglicher 3a-Beitrag | CHF 24'000 |
Wenn dein persönlicher Grenzsteuersatz beispielsweise 25 % beträgt, entspricht eine Einzahlung von CHF 24'000 grob einer Steuerentlastung von rund CHF 6'000.
Wichtig: Die tatsächliche Steuerersparnis hängt von Kanton, Gemeinde, Zivilstand und übrigen Abzügen ab.
Was ist bei sehr hohen Einkommen?
Wenn dein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen CHF 181'440 oder mehr beträgt, erreichst du mit 20 % davon den Maximalbetrag von CHF 36'288.
Ab diesem Punkt ist die 3a gedeckelt. Wer darüber hinaus mehr Vorsorge aufbauen will, prüft oft:
- freiwilliges BVG
- gestaffelte freie Vorsorge
- zusätzliche Reserven im Unternehmen oder privat
Mehr zur Abgrenzung findest du im Guide BVG für Selbständige in der Schweiz.
3a oder zuerst Liquidität?
Die 3a ist stark, aber nicht immer die erste Priorität.
Die falsche Reihenfolge ist häufig:
- alles in Vorsorge einzahlen
- danach keine Reserve für Steuern, AHV oder Ausfälle haben
Die bessere Reihenfolge ist oft:
- laufende Fixkosten absichern
- Rücklagen für Steuern und AHV bilden
- bei Bedarf Krankentaggeld und Unfalllösung prüfen
- erst dann die 3a konsequent ausschöpfen
Nachträgliche Einkäufe in die Säule 3a
Ein wichtiger neuer Punkt: Gemäss BSV können Einkäufe erstmals im Steuerjahr 2026 rückwirkend für 2025 gemacht werden.
Das ist besonders interessant für Selbständige mit schwankenden Einkommen oder Jahren, in denen sie den Maximalbetrag nicht ausgenutzt haben.
Wichtig dabei:
- du musst im Jahr des Einkaufs und im Jahr, für das du nachzahlst, zu 3a-Beiträgen berechtigt sein
- zusätzlich zum ordentlichen Beitrag ist pro Jahr ein Einkauf bis zur Höhe des kleinen Beitrags möglich
Wann du vorzeitig auf 3a-Geld zugreifen kannst
Die Säule 3a ist gebundene Vorsorge. Ein Vorbezug ist deshalb nur in gesetzlich vorgesehenen Fällen möglich.
Typische Fälle sind:
- Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit
- endgültiges Verlassen der Schweiz
- Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum
- Invalidität
- Erreichen des Referenzalters beziehungsweise weitere Erwerbstätigkeit im zulässigen Rahmen
Genau darum ist 3a zwar flexibler als BVG, aber nicht mit einem normalen Sparkonto zu verwechseln.
3a oder freiwilliges BVG?
| Frage | Säule 3a | Freiwilliges BVG |
|---|---|---|
| Einfachheit | hoch | tiefer |
| Flexibilität | höher | tiefer |
| Steuerhebel | stark | ebenfalls stark, aber planabhängig |
| Risikoabsicherung | begrenzt je nach Produkt | oft umfassender |
| Administrativer Aufwand | eher gering | höher |
Für viele Solo-Selbständige gilt deshalb:
- zuerst 3a
- später optional BVG
Die häufigsten Fehler
1. Den Maximalbetrag mit dem sinnvollen Betrag verwechseln
Nur weil du maximal einen bestimmten Betrag einzahlen darfst, heisst das nicht, dass du ihn immer einzahlen solltest.
2. 3a vor Rücklagen priorisieren
Steuern, AHV und Notreserve sind keine Nebenthemen.
3. Nicht auf das AHV-pflichtige Einkommen schauen
Bei Selbständigen zählt nicht irgendein Umsatz, sondern das relevante Erwerbseinkommen.
4. 3a und BVG als Gegensätze behandeln
Oft ist die sinnvollste Lösung eine zeitliche Reihenfolge, nicht ein Entweder-oder.
5. Das Thema nur im Dezember anzuschauen
Wer seine 3a-Logik erst ganz am Jahresende prüft, plant meist zu spät.
Checkliste: Passt die 3a zu meiner Situation?
- Ich weiss, ob ich einer Pensionskasse angeschlossen bin oder nicht.
- Ich kenne meinen aktuellen Maximalbetrag für 2026.
- Ich habe genügend Liquiditätsreserve für Steuern, AHV und Alltag.
- Ich kenne mein ungefähres AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen.
- Ich nutze die 3a bewusst als Steuer- und Vorsorgeinstrument.
- Ich habe geprüft, ob später zusätzlich ein freiwilliges BVG sinnvoll wäre.
- Ich schaue die 3a nicht erst im Dezember an.
FAQ
Wie viel darf ich 2026 als Selbständige ohne Pensionskasse einzahlen?
Bis zu 20 % deines AHV-pflichtigen Erwerbseinkommens, maximal CHF 36'288.
Darf ich auch mit Pensionskasse eine 3a haben?
Ja. Dann gilt aber der kleinere Maximalbetrag von CHF 7'258 pro Jahr.
Lohnt sich die 3a auch bei schwankendem Einkommen?
Ja, oft sogar besonders, solange du ausreichend Liquiditätsreserve behältst.
Kann die 3a die Pensionskasse ersetzen?
Für Selbständige ohne BVG ist sie oft der wichtigste Ersatzbaustein, aber nicht in jeder Hinsicht gleichwertig wie eine umfassende BVG-Lösung.
Ab wann sind nachträgliche Einkäufe möglich?
Gemäss BSV erstmals im Steuerjahr 2026 rückwirkend für 2025.
Quellen
- BSV - Die dritte Säule
- BSV FAQ - Wer kann eine Säule 3a einrichten?
- BSV FAQ - Maximalbetrag 2025/2026 für die Säule 3a
- BSV - Nachträgliche Einkäufe in die Säule 3a
- BSV - Was ist bei Selbstständigkeit zu beachten?
- BSV - Altersvorsorge
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